Zytologische Diagnostik

Gynäkologische Zytologie

Untersucht werden konventionelle Abstriche (Pap-Smears) von der Cervix uteri, der Vagina und der Vulva im Rahmen der Krebsvorsorge oder der kurativen Versorgung. Ergänzend oder alternativ gewünschte Analysen bzw. Untersuchungstechniken (z.B. HPV-Diagnostik, Immunzytologie p16/Ki67, flüssigkeitsbasierte bzw. Dünnschichtzytologie) werden nach Rücksprache von unseren Kooperationspartnern durchgeführt.

Das routinemäßige Screening der Abstriche erfolgt durch Mitarbeiterinnen mit abgeschlossener Ausbildung als Zytologieassistentinnen (CTA/CT-Gyn) und mit jeweils langjähriger Berufserfahrung. Die Endverantwortung für die zytologische Diagnostik obliegt den Fachärzten der Praxis, die nach Ablegen entsprechender Prüfungen von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg die Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung dieser Leistungen erhalten haben. Organisation und Arbeitsweise des Labors erfüllen die Kriterien der Qualitätssicherungsvereinbarung Zervix-Zytologie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Regelmäßige interne und externe Fortbildungen der Zytologieassistentinnen und der zur zytologischen Diagnostik zugelassenen Ärzte tragen zu einem hohen diagnostischen Standard bei.

Im Rahmen der Qualitätskontrolle werden die Ergebnisse der Diagnostik durch routinemäßig erstellte Statistiken und deren interne Auswertung laufend überprüft. Ein EDV-gesteuertes Mahnwesen informiert die zuweisenden Gynäkologen in regelmäßigen Abständen quartalsweise über die ggf. ausstehende Wiederholung bzw. Klärung zytologisch zweifelhafter Befunde und über Ergebnisse zwischenzeitlicher histologischer Befundsicherungen. Auch das sog. Re-Screening erfolgt nach den Vorschriften der Qualitätssicherungsvereinbarung Zervix-Zytologie. Eine allen diagnostisch tätigen Mitarbeitern zugängliche Sammlung exemplarischer Präparate ermöglicht eine Orientierung bei seltenen oder differentialdiagnostisch schwierigen Befunden.

Die Bearbeitung der Abstrichpräparate nach Eingang im Labor wird nach einem standardisierten Verfahren durchgeführt. Zum Ausschluss von Verwechslungen erfolgt die Vergabe einer Untersuchungsnummer mit Kennzeichnung des Abstrichpräparats und des Materialbegleit- bzw. Überweisungsscheins mittels Barcode-Etikett, danach die Erfassung der Patienten- und Falldaten im EDV-System, die Färbung der Abstriche nach Papanicolaou und die Versiegelung der Präparate durch Eindeckfolie oder Deckgläschen.

Nach Zusammenführung von Abstrichpräparaten und Begleitscheinen werden mikroskopische Beurteilungen und abschließende Bewertungen der Gruppe I selbständig von den Zytologieassistentinnen vorgenommen. Zytologische Vorbefunde werden dabei über Monitor aufgerufen und, sofern erforderlich, in die Bewertung einbezogen. Aufgrund entsprechender räumlicher Gegebenheiten ist unter den Zytologieassistentinnen eine gegenseitige Beratung schnell und problemlos möglich, was wesentlich zu einer Erhöhung der Sensitivität der zytologischen Untersuchungen beiträgt. Positive, unklare und zur Wiederholung zu empfehlende Befunde (Gruppen 0, II-a/p/g/e, III-p/g/e/x, IIID1/2, IVa-p/g, IVb-p/g, V-p/g/e/x) werden dem verantwortlichen Arzt vorgestellt und mit diesem gemeinsam mikroskopiert und diskutiert. Abschließend erfolgt die fachärztlich-diagnostische Bewertung in Form eines schriftlichen Befunds nach Münchner Nomenklatur III und gemäß Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Prävention, Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion und präinvasiver Läsionen des weiblichen Genitale) unter Berücksichtigung zytologischer Vorbefunde, ggf. vorliegender histologischer Befunde und des HPV-Status mit entsprechenden Empfehlungen hinsichtlich weiterer diagnostischer bzw. therapeutischer Maßnahmen. Danach werden die Abstrichpräparate physisch, die Befundberichte und Überweisungsscheine elektronisch archiviert.

Die Untersuchungsdauer beträgt nach Eingang der Abstrichpräparate ein bis zwei Arbeitstage. Bei cito-Untersuchungen erfolgt die Befundübermittlung am dem Eingang des Abstrichpräparats folgenden Arbeitstag in der Regel bis 12 Uhr per Fax. 

Extragynäkologische Zytologie

Die Untersuchungen dienen vorwiegend dem Tumorzellnachweis, der Klassifikation zystischer und solider Raumforderungen verschiedener Organe und des Weichteilgewebes sowie dem Nachweis entzündlicher Veränderungen. Analysiert werden Flüssigkeiten aus Körperhöhlen wie Pleura- und Perikardergüsse, Aszites und Gelenkhöhlenpunktate, ferner Sekrete aus zystischen und pseudozystischen Hohlräumen (z.B. zystische Läsionen der Mamma, der Ovarien und des Weichteilgewebes), Lavage-Flüssigkeiten (bronchopulmonales System, Pleura- und Peritonealhöhle, Douglas-Raum), Körperflüssigkeiten wie Urin und Sputum und Abstriche z.B. von der Mamille oder von der Mund- oder Ösophagusschleimhaut. Im Rahmen der Punktionszytologie erfolgen Beurteilungen von Feinnadelpunktaten u.a. aus der Schilddrüse, großen inneren Organen, Lymphknoten und dem Weichteilgewebe.

Die technische Bearbeitung, Registrierung und Versiegelung des Untersuchungsmaterials bzw. der von den übersandten Flüssigkeiten angefertigten Ausstriche oder durch Zytozentrifugentechnik gewonnenen Zellpräparate erfolgt analog zum für die gynäkologische Zytologie beschriebenen Verfahren und dauert einen Arbeitstag nach Materialeingang. Zusätzlich zu der für die gynäkologische Zytologie obligaten Papanicolaou-Färbung werden Präparate der extragenitalen Zytologie abhängig von Material und Herkunft auch nach Pappenheim (May-Grünwald-Giemsa), Giemsa, PAS oder Eisen gefärbt. Im Bedarfsfall werden ergänzende immunzytochemische Färbungen eingesetzt. Die mikroskopische Beurteilung erfolgt obligat durch einen der Fachärzte des Instituts und wird jeweils mit einer diagnostischen Bewertung in Form eines schriftlichen Befundes abgeschlossen.

 

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